Das PSMA-PET-CT

Durch Studien in exzellenter Weise belegt, zählt die PET/CT-Untersuchung mit der schwach radioaktiven Substanz F18-PSMA (Prostata-Spezifisches-Membran-Antigen) zu den modernsten Diagnostikmöglichkeiten beim Prostatakrebs.

Die bisher beim Prostatakarzinom zur Verfügung stehenden Bildgebungstechniken, wie z. B. Knochenszintigraphie, CT oder MRT‐Untersuchungen zeigten Limitationen zum Primärstaging des Prostatakarzinoms und vor allem bei Patienten mit einem biochemischen Rezidiv im Niedrig‐PSA‐ Bereich (≤ 2 ng/ml). Ein exaktes Staging ist jedoch Voraussetzung für die Planung einer adäquaten Therapie und häufig ist es die Weichenstellung zwischen lokaler und systemischer Therapie. Das PSMA‐ PET/CT ist eine sehr junge Bildgebungs‐Technik, die zuerst klinisch im Jahr 2011 eingesetzt wurde und sich seit diesem kurzen Zeitraum sehr rasch verbreitet hat. Wir alle sehen heutzutage zunehmend Patienten, die entweder vor einer Therapie oder im Falle eines Rezidivs oder Tumorprogresses ein PSMA‐PET/CT mitbringen, wo nicht selten solitäre Befunde, wie z. B. leuchtende Lymphknoten, kleine Knochenmetastasen oder auch Lokalbefunde imponieren. In einer prospektiven, australischen Multicenter-studie konnte gezeigt werden, dass in der Gesamtkohorte durch das PSMA‐PET/CT bei 39 % der Patienten eine zusätzliche lymphogene und bei 16 % der Patienten eine zusätzliche Fernmetastasierung festgestellt wurde. In der Gruppe der primär diagnostizierten Tumore wurden eine zusätzliche nodale Metastasierung bei 25 % und eine zusätzliche Fernmetastasierung bei 6 % festgestellt. Bei den Rezidiv-patienten konnten bei 43% zusätzliche Lymphknotenmetastasen und bei 20 % zusätzlichen Fernmetastasen identifiziert werden. Insgesamt führte die Durchführung des PSMA‐PET/CT somit zu einem Upstaging in einer hohen Anzahl der Patienten. Die vorliegende Studie war die größte aktive Studie zur Bewertung des Stellenwertes des PSMA‐ PET/CT für eine Therapieempfehlung. Sie zeigte, dass das PSMA‐PET/CT einen hohen Einfluss auf die Therapieentscheidung hat. Insgesamt wurde in nahezu der Hälfte der Patienten aufgrund der PSMA‐ PET/CT‐Ergebnisse eine andere Therapieempfehlung gegeben, als ohne das PSMA‐PET/CT.

The Impact of 68Ga‐PSMA PET/CT on Management Intent in Prostate Cancer: Results of an Australian Prospective Multicenter Study. Roach et al. THE JOURNAL OF NUCLEAR MEDICINE, Vol. 59, No. 1, January 201

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